
Zum ersten Mal in dieser Supercross-Saison verpasst Ken Roczen die Top 8. Der Suzuki-Star wird Opfer eines übermütigen Hunter Lawrence und verliert im Meisterschaftskampf einerseits wichtige Punkte, andererseits ist es noch ein weiter Weg bis zum Finale in Salt Lake City am 9. Mai.
Lawrence musste in Seattle zum ersten Mal in seiner Karriere die 450ccm Tabellenführung verteidigen. Das gelang dem 25-Jährigen Australier mit Platz vier hinter Eli Tomac, Cooper Webb und Justin Cooper.
"Blöder Rennunfall"
Für sein Manöver gegen Roczen entschuldigte sich der Honda-Pilot: "Ich versuchte Kenny im Kampf um Platz drei zu überholen und wir berührten uns. Ich hatte definitiv nicht die Absicht, ihn aus dem Rennen zu werfen – es war einfach ein blöder Rennunfall. So hatte ich mir den Abend nicht vorgestellt, vor allem nicht, weil ich mich gut fühlte."
Roczen nahm den Zwischenfall relativ entspannt. Der Fanliebling zeigt in den bisherigen Rennen eine großartige Form. Eine Woche nach seinem Sieg in Glendale wurde ihm aber die Chance auf ein viertes Saisonpodest verwehrt.
Ken Roczen: "Alles in allem hatten wir einen ziemlich guten Tag. Diese Strecke ist immer eine verrückte Angelegenheit, weil sie so extrem anspruchsvoll ist. Aber wir hatten einen richtig guten Vorlauf, den wir gewonnen haben, und durften uns den Startplatz für das Finale aussuchen. Ich hatte einen ordentlichen Start und habe ehrlich gesagt Mitte des Rennens eine starke Aufholjagd gestartet. Wir drei an der Spitze lagen alle dicht beieinander und sind richtig gut gefahren. Aber die Strecke wurde dann wirklich sehr, sehr schnell schlechter. Gegen Ende hatte ich ein paar schlechte Runden und habe einen Fehler gemacht. Ich konnte vor den Whoops keinen Doppelsprung mehr machen. Das hat mich echt Zeit gekostet und einem anderen Fahrer (Lawrence) ermöglicht, mir viel zu nahe zu kommen."
"Er hat dann ein Manöver gewagt, bei dem wir beide gestürzt sind. Er kam zu mir und hat sich entschuldigt, und ich bin nicht sauer. Es war einfach ein kurzer Aussetzer. Solche Situationen sind einfach Pech und wir hatten das Nachsehen. Bis ich wieder in Fahrt kam war das Rennen auch schon vorbei. Wir haben nicht das bestmögliche Ergebnis erzielt, aber wir liegen nur elf Punkte zurück. Insgesamt sind wir den ganzen Tag gut gefahren, deshalb kann ich mich eigentlich nicht allzu sehr beschweren."

Roczens Teamkollegen Jason Anderson und Colt Nichols verfehlten die Top 10. Supercross-Weltmeister Anderson musste den Umweg über den Hoffnungslauf nehmen. "El Hombre" qualifizierte sich als Sieger locker für das Finale. Aber von einer schlechten Startposition kommend wurde es schließlich nur Platz 12 - unmittelbar vor Nichols. In der Meisterschaft rangiert Anderson auf Rang sieben, Nichols auf 15.
Nächstes Wochenende geht es für Fahrer zurück nach Texas. In Arlington beginnt dann auch die 250ccm Ostküstenserie.
Fotos: Chase Lenneman



