aranda gesamtsieg dortmund 2026

Drei Tage packende Rad-an-Rad-Duelle und ein Wachwechsel an der Spitze der ewigen Bestenliste. Das 41. ADAC Supercross Dortmund ist Geschichte. 25.000 Fans waren dabei.

Greg Aranda verteidigt in einem dramatischen Finale seinen Titel als "König von Dortmund", Cedric Soubeyras kürt sich zum erfolgreichsten Piloten der Event-Historie und Luke Clout gewinnt die SX1 am Sonntag.

Aranda bleibt auf dem Thron

In einem engen Finale sichert sich der Franzose Greg Aranda zum zweiten Mal in Folge den Gesamtsieg. Mit insgesamt 69 Punkten setzt er sich in einem hauchdünnen Finish gegen seinen Teamkollegen Maxime Desprey durch.

"Das war ein knallharter Fight gegen Maxime", resümierte Aranda nach seinem Triumph.  "Ihr wisst, wie sehr ich es liebe, in Dortmund an den Start zu gehen. Hier ganz oben zu stehen, ist jedes Mal ein Privileg – auch wenn diese drei Tage einem physisch alles abverlangen. Ich bin stolz, diesen Titel für das Sturm-Team geholt zu haben."

Den Tagessieg am Sonntag holt sich der Australier Luke Clout. Nachdem er am Samstag noch mit dem verpassten SX Cup-Titel haderte, dominiert er den Finaltag mit zwei Siegen in den drei Heats. "Ich habe ehrlich gesagt drei Tage gebraucht, um den Code für die Rhythmus-Sektion zu knacken und dort Triple-Triple zu springen", gab Clout offen zu.

"Diese Strecke war eine der speziellsten Erfahrungen meiner Karriere. Ich habe bewiesen, dass ich auch in Europa ganz vorne mitmischen kann. Beim Team Pfeil habe ich mich wie in einer Familie gefühlt – ich komme jederzeit gerne wieder."

Soubeyras folgt Richier

Ein spezieller Moment ereignete sich abseits des Podiums. Cedric Soubeyras übernimmt mit Gesamtrang vier die alleinige Führung in der ewigen Bestenliste von Dortmund. Damit löst er seinen Landsmann Florent Richier ab und ist nun statistisch der erfolgreichste Fahrer in der Geschichte des ADAC Supercross in Dortmund. Nachdem er diesen Meilenstein im Vorjahr noch um einen Punkt verpasst hatte, steht er nun allein an der Spitze.

"Es bedeutet mir unglaublich viel, nach über 15 Jahren im Hexenkessel nun der König der Könige zu sein", erklärte Soubeyras sichtlich bewegt. "Hinter diesem Titel stecken unzählige Rennen, große Siege, aber auch schmerzhafte Crashes. Ich habe hier eine ganze Lebensgeschichte in den Lehmboden geschrieben. Danke, Dortmund! Wir sehen uns nächstes Jahr garantiert wieder."

Dominanz in der SX2

In der Klasse SX2 gab es am Wochenende kein Vorbeikommen an der Startnummer 1. Calvin Fonvieille dominiert das Geschehen nach Belieben und schnappt sich mit der Maximalpunktzahl von 75 Zählern souverän den Gesamtsieg. Nachdem er Jules Pietre bereits am Freitag und Samstag den Titel im ADAC SX Cup abgerungen hatte, löste er ihn nun auch als Prinz in der Westfalenhalle ab.

Seit 2019 stand Fonvieille in Dortmund jedes Mal auf dem Podium. 2026 gelang ihm nun der Sprung ganz nach oben. Zusätzlich sichert er sich das Preisgeld von 500 Euro für den Bell Holeshot Award.

"Ich hatte hier in Dortmund gute und schlechte Jahre, aber 2026 war außergewöhnlich. Dieses Wochenende war fast surreal, alle Rennen waren perfekt", resümierte ein sichtlich bewegter Fonvieille nach seinem Erfolg. "Ich habe mich auf dem Bike sehr wohl gefühlt. Danke an das Publikum, ihr habt das mit möglich gemacht! Hoffentlich sehen wir uns nächstes Jahr in der großen Klasse wieder."

Platz zwei in der Gesamtwertung holt sich der Franzose Mickael Lamarque vor Jace Kessler aus den USA.

Für ein lokales Highlight sorgt Paul Bloy. Er beendet das Wochenende als bester Deutscher auf Gesamtrang sechs und setzte im letzten der drei Heats am Sonntag mit einem dritten Platz ein Ausrufezeichen. "Mir gefällt das Triple-Crown-Format sehr, zehn Runden voll pushen", so Bloy. "Die Fans beim Fahren zu hören, da bekomme ich Gänsehaut. Hier zu stehen, ist für mich eine große Ehre.“ An den Nachwuchs richtete er einen flammenden Appell: „Kids, bleibt am Ball! So ein Erlebnis hat man nicht oft."

Eddi Haustein regiert beim MAOAM Kids Race

Am traditionellen Familientag in der Westfalenhalle stand für den Nachwuchs der Klasse SX4 das MAOAM Kids Race im Mittelpunkt, bei dem der Titel "Mini Prinz von Dortmund" vergeben wurde. Zum unangefochtenen Dominator des Wochenendes krönt sich Eddi Haustein, der eine makellose Bilanz mit Maximalpunktzahl vorlegte.

Ein neuer "Mini Mini Prinz" in der SX5

Vor dem Start der jüngsten Piloten sorgte die zehnjährige Nele, Halbfinalistin von ´The Voice Kids‘, mit einer beeindruckenden Performance vor großem Publikum für die passende Stimmung in der Westfalenhalle. Im anschließenden Rennen der SX5 kam es zu einem Heimsieg.

Hannes Bremke gewinnt den packenden Showdown am Sonntag. Damit siegt zum ersten Mal ein Dortmunder Lokalmatador in der Westfalenhalle. "Ich hatte am Ende ein bißchen Angst, als Oskar herankam", gestand Hannes nach dem Rennen. "Ich habe aber alles versucht, um vorne zu bleiben, und es hat funktioniert."

Trotz des zweiten Platzes am Sonntag krönt sich Oskar Gajewski nach seinen Siegen am Freitag und Samstag zum Gesamtsieger der 3-Tageswertung und ist damit der neue "Mini Mini Prinz von Dortmund".

"Drei Tage Vollgas-Action"

"Wir blicken auf drei Tage voller Adrenalin und sportlicher Höchstleistungen zurück, die einmal mehr bewiesen haben, warum Dortmund das Herzstück des deutschen Supercross ist", resümiert Jürgen Hieke, Vorstand Sport des ADAC Westfalen e.V.

Insgesamt 25.000 Zuschauer sorgten über das Wochenende für eine Atmosphäre, die die Westfalenhalle zum Kochen brachte. "Drei Tage Vollgas-Action, atemberaubendes Freestyle-Spektakel und eine Stimmung, die ihresgleichen sucht – das ist Gänsehaut pur", so Hieke weiter.

alle Ergebnisse vom Wochenende

Vom 15. bis 17. Januar 2027 soll das 42. ADAC Supercross Dortmund erneut die Massen begeistern. Der Ticket-Vorverkauf startet im März dieses Jahres.