herlings 116 montevarchi 2026

Den Protagonisten der MXGP- und MX2-Motocross-WM wurde in den Hügeln der Toskana südlich von Florenz eine neue Herausforderung präsentiert. Im Hitzekessel von Montevarchi triumphieren Jeffrey Herlings und Sacha Coenen. Weltmeister Simon Längenfelder steckt hingegen weiter in der Krise.

Das Comeback der Old-School-Strecke nach 20 Jahren forderte die Fahrer vor allem mit extrem wenig Grip heraus. Das wiederum bescherte den Fans durchaus unterhaltsame Rennen. In der MXGP feiert Jeffrey Herlings seinen 116. Grand-Prix-Sieg – und damit schon den vierten Erfolg im neunten Saisonrennen. Der Wechsel von KTM zu Honda erweist sich für den 32-jährigen Niederländer als Volltreffer. Herlings gelingt im ersten Wertungslauf ein Start-Ziel-Sieg, im zweiten Rennen muss er sich nur Qualisieger Tim Gajser geschlagen geben.

Lucas Coenen (3-3) konsolidiert seine WM-Führung mit zwei kalkulierten Fahrten. Besonders im ersten Lauf zeigt der Belgier eine starke Aufholjagd durch das Feld. Nachwirkungen seines Abstechers in die USA waren ihm nicht anzumerken.

Tim Gajser (21-1) verpasst den möglichen Grand-Prix-Sieg, weil er sich in der ersten Runde das Vorderrad demoliert. Maxime Renaux (2-6) komplettiert das Podium – und sorgt so für ein versöhnliches Yamaha-Resultat. Ex-Weltmeister Andrea Adamo erfreut die Tifosi mit Gesamtrang vier.

Cato Nickel sammelt als einziger DMSB-Starter zwei WM-Zähler.

Jeffrey Herlings: "Die Strecke liegt mir eigentlich nicht besonders, aber wir hatten zwei gute Starts, und im zweiten Rennen gelangen mir schon früh einige gute Überholmanöver. Es war hart da draußen, aber die Streckenbedingungen waren heute deutlich besser. Auch wenn ich mich bei solchen Verhältnissen normalerweise nicht ganz so wohlfühle, bin ich mit dem Ergebnis – einem ersten und einem zweiten Platz sowie meinem vierten Saisonsieg – sehr zufrieden. Das Team hat hart gearbeitet; es ist toll, diesen Sieg geholt zu haben, und ich hoffe, dass wir diesen Schwung beibehalten können."



Sacha Coenen baut WM-Führung aus

In der MX2 brilliert Sacha Coenen mit Konstanz und Speed, war aber in manchen Situationen aber auch über dem Limit. Der Teenager zieht nach Saisonsiegen mit Simon Längenfelder gleich (jeweils 3). Im ersten Lauf fand der WM-Tabellenführer nach einem suboptimalen Start jedoch keinen Weg vorbei an Guillem Farres.

Für den zweiten Wertungslauf änderten sich die Bedingungen nach einem Regenschauer komplett: Farres' Triumph-Teamkollege Camden McLellan knöpft Coenen zur Rennmitte die Führung ab und fährt auf und davon. McLellans Laufsieg bedeutet gleichzeitig, dass Liam Everts im Kampf um Podestrang drei das Nachsehen hatte.

"Habe die falschen Entscheidungen getroffen"

Simon Längenfelder (3-12) verbuchte das dritte komplizierte Wochenende in Folge. Nach einem Sturz und Rang 11 im Qualifikationsrennen, ging er am Samstag leer aus. Am Sonntag holt der Bayer zwar beide Holeshots, kann aber nur im ersten Lauf das Tempo an der Spitze mitgehen. Am Ende reichte es für Längenfelder zu Platz sechs in der Tageswertung.

Der 22-Jährige fasste sein Vorstellung wie folgt zusammen: "Ein schwieriges Wochenende. Ich bin mit einem guten Gefühl nach Italien gereist, aber der Sturz direkt nach dem Start im Qualifikationsrennen hat mich zurückgeworfen. Dennoch konnte ich mich noch auf Platz 11 vorkämpfen, sodass die Startplatzwahl für die Rennen am Sonntag gar nicht so schlecht war. Die Holeshot-Starts waren das einzig Positive, denn um mit den Spitzenleuten mitzuhalten, hätte ich noch eine Schippe drauflegen müssen. Ich habe die falschen Entscheidungen getroffen. Weder mein Fahrstil noch mein Gefühl waren optimal, daher war es schwer, da wieder herauszufinden. Aber ich werde nicht aufhören zu kämpfen."

In den beiden Rennen der EMX250 zeigt der junge Spanier Francisco Garcia ein weiteres Mal, dass er aktuell eine der heißesten Aktien im Fahrerlager ist. Der Kawasaki-Youngster baut den Vorsprung auf seinen Teamkollegen Jake Cannon deutlich aus.

Unterdessen überzeugt der Brasilianer Bernardo Tiburcio (3-2) mit einer bärenstarken Leistung. Beta-Hoffnung Alexis Fueri sorgt dahinter für das einzige italienische Podium an diesem für alle Beteiligten extrem anspruchsvollen Hochsommer-Wochenende.

Deutsche Starter in der Europameisterschaft? Fehlanzeige.

Ergebnis MXGP

Ergebnis MX2

Punktestand MXGP

Punktestand MX2

Ergebnis EMX250



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