
Die Motocross-WM steht vor ihrer vielleicht heißesten Phase des Jahres. Am Wochenende trifft man sich in Montevarchi. Zum ersten Mal seit 2006 wird auf der Traditionsstrecke in der Toskana wieder der italienische Grand Prix ausgetragen. Und als wäre ein WM-Wochenende für alle Beteiligten nicht schon anstrengend genug, prognostizieren die Wetterfrösche Temperaturen von bis zu 40 Grad – im Schatten wohlgemerkt.
Italien, Portugal, Südafrika: Zum zweiten Mal in dieser Saison stehen drei Rennen in Folge auf dem Programm. Nur diesmal abgerundet durch eine Fernreise in die Millionen-Metropole Johannesburg.
In der MX2 kämpft Simon Längenfelder nach zwei schwierigen Wochenenden um den Anschluss zu Tabellenführer Sacha Coenen. Dahinter sind ihm die Triumph-Piloten Guillem Farres und Camden McLellan ein gutes Stück näher gekommen.
In der MXGP hat Jeffrey Herlings viel Boden auf Lucas Coenen verloren. In der Königsklasse zeigen sich nach acht Grands Prix bereits gewaltige Abstände. Pauls Jonass auf Rang zehn fehlen 229 Punkte zur Spitze.
Yamaha-MXGP-Werkspilot Maxime Renaux: "Ich bin in Montevarchi schon einmal im Rahmen der Italienischen Meisterschaft gefahren, allerdings auf der alten Streckenführung, die in die entgegengesetzte Richtung verlief. Die Strecke gefällt mir; sie ist hart und typisch italienisch, liegt mir also gut. Das Ziel für dieses Wochenende ist es, wichtige Punkte zu sammeln, das katastrophale Wochenende in Kegums abzuhaken und mich einfach darauf zu konzentrieren, konstanter zu fahren und ein solides Ergebnis einzufahren."
Starterlisten Montevarchi
MXGP
MX2
EMX250
Historischer Austragungsort
In den Geschichtsbüchern der Motocross-WM hat Montevarchi einen besonderen Platz seit der Austragung im Jahr 2003 – das einzige Jahr, in dem die Top-Kategorie unter dem Label MotocrossGP ausgefahren wurde. Unter der Regie von Promoter Dorna lautete das Format 125ccm, MotocrossGP und 650ccm. Drei Klassen mit jeweils nur einem Wertungslauf.
Der spätere Weltmeister Stefan Everts war schlecht in die Saison gestartet und entschloss sich ab Montevarchi, vor dem MotocrossGP-Rennen noch den 125er-Lauf auf einer YZ250F zu bestreiten. Damit wendete der Belgier das Blatt gegen den bis dahin dominanten Mickael Pichon zu seinen Gunsten.
Everts fuhr alle folgenden GP jeweils in beiden Klassen. Den Titel bei den 125ern verpasste er gegen Landsmann Steve Ramon, aber in der MotocrossGP holte er sicher seinen siebten WM-Titel (von insgesamt 10).
Vom Hochsommer in den "Winter"
Von Montevarchi zieht der Tross weiter nach Agueda in Portugal. Auch hier baut sich gerade eine Hitzewelle auf. Die längsten Tage des Jahres könnten auch die heißesten werden - und damit für die Fahrer zu einem ganz besonderen Härtetest, wie sie die WM back-to-back lange nicht erlebt hat.
Ducati-Pilot Andrea Bonacorsi wird diese Tortur verpassen. Der Italiener wurde operiert, nachdem er in Lettland eine Fußraste in den Megenbereich bekam. Verletzungen an Organen wurden keine festgestellt.
Als Trost bleibt, dass es von Portugal weiter geht nach Südafrika. Und dort ist bekanntlich gerade Winter, auch wenn es sich für Europäer eher wie ein sonniger Herbst anfühlen wird.



