
Bereits vor dem Rennwochenende war klar: Bolt würde sich den Titel kaum noch nehmen lassen. Mit 85 Punkten Vorsprung hätte ihm ein kontrollierter Auftritt gereicht, um die Meisterschaft vorzeitig zu sichern. Doch wer Billy Bolt kennt, weiß, dass Verwalten nicht zu seinem Repertoire gehört.
Schon im Training setzte er die Bestzeit. In der SuperPole ließ er mit über einer halben Sekunde Vorsprung keinen Zweifel aufkommen, dass er auch diesen Abend dominieren wollte. Sechs SuperPole-Siege in sechs Veranstaltungen – eine makellose Bilanz, die sinnbildlich für seine Saison steht. 14 von 15 möglichen Laufsiegen sprachen eine ebenso deutliche Sprache.
Lauf 1
Der erste Finallauf begann mit einem Paukenschlag: Mitch Brightmore schnappte sich den Holeshot und setzte sich zunächst an die Spitze. Bolt blieb ruhig, analysierte, wartete – und übernahm nach wenigen Runden die Kontrolle. Hinter ihm etablierte sich Jonny Walker auf Rang zwei, obwohl er mit einer gebrochenen Mittelhand an den Start ging.
Walker biss die Zähne zusammen – und sollte später noch für den dramatischsten Moment des Abends sorgen.
Lauf 2
Im zweiten Lauf, gestartet nach dem Reverse-Grid-Format, entwickelte sich ein intensiver Schlagabtausch. Walker übernahm früh die Führung, Bolt kämpfte sich durch das Feld und setzte zur Attacke an. Kurz vor Schluss ging er vorbei, verlor die Spitze jedoch wieder durch kleine Fehler im zunehmend ausgefahrenen Kurs. Am Ende wurde er Dritter hinter Mitch Brightmore – sein schwächstes Resultat der gesamten Saison. Die notwendigen Punkte für den Titel hatte er dennoch gesammelt. Doch weniger als sich über den Titel freute, ärgerte er sich über dieses „schlechte“ Ergebnis.
Bemerkenswert war die Intensität dieses Duells. Walker, sichtbar gehandicapt, hielt dem Druck stand und gewann unter dem Jubel des Publikums. Es war ein sportlich wertvoller Sieg – und vielleicht ein symbolischer Moment dafür, dass selbst in einer dominanten Ära Widerstand existiert.
Lauf 3
Im letzten Lauf zeigte Bolt schließlich noch einmal seine ganze Klasse. Mit präzisem Timing, technischer Sauberkeit und beeindruckender Linienwahl kontrollierte er das Rennen von der Spitze aus. Hinter ihm kämpften Walker und Brightmore bis zur Ziellinie um das Podium, während Bolt sich bereits auf seine Ehrenrunde vorbereiten konnte. Ob Bolt auch noch beim Finale in Frankreich antreten wird, ist eher unwahrscheinlich. Die Geburt seines ersten Kindes steht unmittelbar bevor, und der Brite wird wohl nach Südafrika zu seiner Frau Roxy reisen.
Abseits der Schlagzeilen um den Weltmeister zeigte der Deutsche Manuel Lettenbichler auf der KTM eine solide, strategische Vorstellung. Drei sechste Plätze bedeuteten Rang sechs im Tagesklassement – ein Resultat, das weniger spektakulär wirkt, aber in seiner Konstanz beeindruckt.
Nach zwei verpassten Saisonläufen steht Lettenbichler auf Gesamtrang neun. Er selbst spricht von Fortschritten, insbesondere im Rhythmusbereich und bei großen Sprüngen wolle er weiter an Selbstvertrauen gewinnen. Newcastle war ein weiterer Schritt zurück zur gewohnten Wettkampfschärfe, doch zweifelsfrei liegt der Schwerpunkt des KTM-Fahrers auf der Verteidigung seines HardEnduro-WM-Titels.
Landsmann Tim Apolle wurde mit Rang neun bester Beta-Fahrer des Abends und rutschte in der Meisterschaft sogar auf dem siebentern Platz vor.
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Junioren: Shaw nutzt seine ChanceAuch in der Junior-Weltmeisterschaft stand Großbritannien im Mittelpunkt. Toby Shaw (Bild oben) nutzte das verletzungsbedingte Fehlen von Milan Schmuser eiskalt aus. Mit zwei Start-Ziel-Siegen und einer reifen Vorstellung im Reverse-Grid-Rennen baute Shaw seinen Vorsprung auf komfortable 36 Punkte aus.
Während hinter ihm Fahrer wie Niko Piazza, Fraser Lampkin, Henry Strauss und Manuel Gomez für spektakuläre Positionskämpfe sorgten, agierte Shaw kontrolliert und fehlerfrei – eine Qualität, die in dieser Klasse oft über Titel entscheidet.
Sehr stark fuhr der erst 17jährige Henry Strauß, der im zweiten Lauf sogar auf dem zweiten Platz landete, obwohl er als Vierter im Training in der ersten Startreihe der regulären Läufe stand. Doch gerade wo er aus der zweiten Reihe starten musste lief es für den KTM-Fahrer am besten.
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Youth-Weltmeisterschaft: Walczak vor dem großen Wurf
Im Youth-Feld setzte sich Wojtek Walczak (Bild oben) entscheidend ab. Ein turbulenter zweiter Lauf mit Startkollisionen – unter anderem mit Connor Watson – spielte ihm in die Karten. Mit Tages- und Gesamtsieg reist Walczak mit klarer Titelperspektive zum Finale nach Frankreich. Tatsächlich fehlt dem Polen gerade noch ein einziger WM-Punkte zum Titel.
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