
Während der Rückkehrer zwar am Vortag beim Prolog noch so seine Mühen hatte, verdrängt er Manuel Lettenbichler vom ersten Platz und holt sich beim einstündigen Sprintrennen mit spektakulären Hindernissen in eindrucksvoller Art und Weise den Sieg. Vorsprung im Ziel: 36 Sekunden!
Die Rede ist natürlich von Billy Bolt auf seiner Husqvarna, der im Wikingerland anscheinend schnell zur alten Stärke zurück fand. Er war auf Grund einer schwerwiegenden Handverletzung für längere Zeit ausgefallen, da mehrere Operationen notwendig waren. In den letzten Wochen hatte er auf heimischen Boden schon wieder Rennluft geschnuppert und unter anderem der EnduroGP-Weltelite in Wales ordentlich eingeheizt.

SPRINT RACE - HEWC Round 4 Sweden
Ziel: In einer Stunde so viele Runden wie möglich absolvieren und dabei zugleich auch noch der Schnellste sein. Die Schweden hatten sich dafür einiges einfallen lassen: Mittels Absprungrampe auf ein aus Holzstämmen fast zwei Meter höher gelegenes Plateau springen, durch Wassergräben mit Granitfelsblöcken und Baumstämmen bestückt, ein Treppenhaus in einem der Liftgebäude bis hin zu anspruchsvollen Singeltrails mit Steilauffahrten, die an der steilsten Stelle zusätzliche querliegende Baumstämme bereit hielten. Auch die kleine Ausgabe von Carl's Diner zusammen mit einer gut 70 Zentimeter tiefen Wasserduchfahrt sorgte für maximale Abwechslung, was in der Summe dafür sorgte, dass die Fahrer keine Verschnaufpause hatten. Was hier im Sprintrennen geboten wurde, wäre eigentlich schon ein brutales Terrain fürs Finale. Was dann wohl beim großen Finale zu erwarten sein wird?

SPRINT - ACTION
Manuel Lettenbichler hatte in der zweiten Runde eine Bodenprobe nehmen müssen, was Billy Bolt sofort ausnutzte. Hintergrund war ein Sturz des Bayern in einer Felsensektion, bei der sein Schaltheber abgebrochen war. Umso mehr eine erstaunliche Leistung von Manuel Lettenbichler, ohne Nutzung der Gänge den zweiten Platz zu holen! Denn Ashton Brightmore kämpfte wie wild mit dem Bayern und sie tauschten ständig die Plätze. Durch einen Fahrfehler des Britten konnte sich Manuel schlussendlich etwas absetzen und P2 sichern. Der dritte Platz für Ashton ist eine extrem starke Leistung für den Junior-Leader im Feld der absoluten Spitzenreiter. Sein Bruder Mitch Brightmore wurde Vierter und James Moore Fünfter.

Heimfavorit Eddie Karlsson belegte mit seiner Stark vor schwedischem Publikum den sechsten Platz, gefolgt von Mario Román (MR74 Racing Team), Thomas Scales (AG Racing), Teodor Kabakchiev (Sherco Factory Racing) und Lorenzo Gandola (Sherco Racing Factory). Alle genannten zehn Fahrer absolvierten als einzige im Feld fünf spektakulären Runden.

SPRINT ERGEBNIS - TOP 10
WM-Wertung nach Prolog- und Sprintrennen
Die Atmosphäre war genial: Der Organisator der Veranstaltung, Glenn Olsson von Kong Events, hatte es sich zum Ziel gesetzt, eine Hardenduro-Strecke zu bauen, die die Zuschauer ganz nah am Rennen teilhaben lässt und nicht über einen Berghang verstreut ist. Am Freitag zahlte sich dieser Ehrgeiz aus, denn an den Schlüsselabschnitten drängten sich riesige Menschenmengen.

Anerkennung gebührt auch dem Streckendesigner Mike Skinner, dessen Layout die größten des Sports auf die Probe stellten, aber es nicht zu einer Materialschlacht werden lies. Eine perfekte Balance für ein derartiges Rennen.

Pech hatte allerdings Alfredo Gomez, denn er musste das Sprintrennen aufgrund eines Unfall im Miniaturabschnitt „Carl's Diner“ abbrechen und beendete seinen Tag vorzeitig.

Aus deutscher Sicht:
- Lenny Geretzky schaffte nur vier Runden und wurde auf Platz 19 gewertet, was ihn in der WM-Wertung nach wie vor P14 beschert. Mal schauen was er im Finale zu leisten vermag.
- Simon Müller legte nur drei Runden zurück und wurde auf P28 im Ziel abgewunken.

Jetzt wartet noch das große Finale mit sicherlich weiteren kniffligen Streckenabschnitten. Es bleibt extrem spannend!





Bilder: FIM Hardenduro Weltmeisterschaft, Mcphoto



