
Manuel Lettenbichler "made it" und zwar mehr als beeindruckend. Vom Start weg hatte er noch einige Konkurrenten auf den schnellen Terrassen-Abschnitt vor sich. Doch sobald es ins richtige Gelände ging, schnappte er sich einen nach dem anderen. Zuvor nahm er noch kurz eine Bodenprobe, bevor er seinen bis dahin stärksten Konkurrenten Mitch Brightmore letztendlich bei Checkpoint vier überholte und nicht mehr zurück schaute. Was lief underdessen ab? Der Altmeister Graham Jarvis (51 Jahre) zeigte wie erwartet eine unglaubliche Aufholjagd, nachdem er aus der zweiten (!) Startreihe ins Gefecht ging. Für ihn hieß es am Schluss einen unglaublichen 10. Gesamtrang mit 40 Minuten (!) Rückstand auf Manuel Lettenbichler. Seine Stromer Jarv-E hat perfekt funktioniert und ihm vollends bei diesem außergewöhnlich Terrain in die Hände gespielt.

Weniger erfolgreich war der Brite Jonny Walker auf seiner Triumph TE 250-E mit der er eine außergewöhnliche fahrerische Leistung vollbrachte. Er war auf den vierten Platz mit seinem Viertakter vorgefahren und konnte bis CP14 (Dornröschenwald) diesen mit einem Rückstand von knapp 2,5 Minuten auf Lettenbichler halten. Doch dann viel er plötzlich zurück. Grund? Er hatte sich einen Kühler beschädigt und musste das Rennen leider vorzeitig beenden.

Von hinten stürmten mehrere Fahrer heran, so auch der US-Boy und KTM Werksfahrer Trystan Hart, der mit Lettenbichler sogar Rad an Rad den Berg zeitweise bekämpfte, bis der Bayer den Nachbrenner einlegte und auf und davon fuhr. Mitch Brightmore war dran, ebenso wie sein Bruder Ashton und der Sherco Werksfahrer Teodor Kabakchiev der Österreicher Michael Walkner, bis hin zu James Moore aus Südafrika und der ersten Stark Varg mit Eddie Karlsson (ohne Hinterradbremse) und seinem britischen Teamkollegen Toby Martyn im Schlepptau. Auch das österreichische Hardenduro-Urgestein Dieter Rudolf bewegte sich in den Top-10 und massierte den Berg auf seine Weise.


Lettenbichler baute seinen Vorsprung auf ein komfortables Level aus und erreichte schließlich nach einer Gesamfahrzeit von 3:05:39 Stunden mit knapp 8 Minuten Vorsprung auf Trystan Hart das Ziel. Mit seinem fünften Sieg in Folge zieht Manuel Lettenbichler mit einer anderen Legende des Erzbergs gleich: Taddy Blazusiak, der das Rennen von 2007 bis 2011 ebenfalls 5mal in Folge gewann. Und natürlich mit Graham Jarvis – bekannt als The G.O.A.T. (The Greatest of all times).

Hinter Lettenbichler entfachte ein harter Kampf um die restlichen Plätze am Podium zwischen Mitch Brightmore, Mario Roman, Teodor Kabakchiev (BG, Sherco), James Moore (RSA, Beta)- Zwischen Brightmore, Roman, Kabakchiev und Moore wechselten die Plätze mehrmals, bis sich schließlich Mario Roman dank einer überlegenen Performance durchsetzen konnte und das Rennen auf dem dritten Platz beendete.

Beeindruckend war die Leistung der elektrisch angetriebenen Motorräder. Mit Eddie Karlsson, Toby Martyn und Graham Jarvis erreichten erstmals drei Elektromotorräder das Ziel des härtesten Single-Day Rennens der Welt. Eddie Karlson fuhr sogar ohne Hinterradbremse, da er sich diese führzeitig im Rennen an einem Felsen abriss.
Gramah Jarvis - CP Sagway
Insgesamt erreichten 15 Fahrer aus 10 Nationen das Ziel in der Milwaukee Action Arena, darunter einige Fahrer wie z.B. James Moore, Ashton Brightmore, Eddie Karlsson, Lorenzo Gandola, Toby Martyn und Ryder LeBlond, die ihre erste Zielankunft beim Red Bull Erzbergrodeo feiern durften.

Drei US-Boys fanden ebenfalls ins Ziel: Ryder Leblond auf P15 mit nur noch wenigen Sekunden vor dem Zeitlimit von vier Stunden, dann Cody Webb auf seiner YZF250X auf P13, der eine fulminante Aufholjagd hinlegte und natürlich auf P2 Trystan Hart, der wertvolle Punkte für die HEWR mit nach Hause nimmt. In der Summe sind 15 Fahrer aus 10 Nationen im Ziel angekommen.

Auch Pol Tarrés schaffte auf seiner Yamaha Ténéré 700 einen neuen persönlichen Rekord und wuchtet das 190 kg schwere Zweizylinder-Monster bis vor auf CP19 (Chris Stony Party) - Respekt!

Das Red Bull Erzbergrodeo gilt als die härteste Herausforderung der Extreme Enduro Szene, und die 35 Kilometer lange Rennstrecke enttäuschte auch 2026 nicht. Besonders die Teilung des legendären Streckenabschnittes „Carl’s Dinner“ in zwei separate Sektionen (Checkpoint 10 und 22 von 27) ließ das Schwierigkeitsniveau für die 500 Starter deutlich ansteigen. Das extrem selektive Terrain in den Checkpoints „Blakläder Zentrum am Berg“, „Wacker Neuson“, „Speedweek Machine“, „The SegWAY“ und „Dynamite“ verlangte den Teilnehmer vom Start weg all ihre Reserven ab und sorgte für Hochspannung bis zuletzt.

Beste Deutsche - Top 50
1. Manuel Lettenbichler CP27 Ziel - WINNER
25. Lenny Geretzky CP22 Carl's Dinner
41. Matthis Millich CP22 Carl's Dinner
47. Thomas Heinzelmann CP 21 Burping Stones
49. Erik Seifert CP 21 Burping Stones
51. Wanja Morlinghaus CP21 Burping Stones
Ergebnis RED BULL ERZBERGRODEO 2026 - FINISHER


Hard Enduro World Ranking Top-15
Da das Red Bull Erzbergrodeo als Supreme Rennen zählt, bei dem die Höchstpunktezahl von 2.000 Wertungspunkten für den Sieger vergeben wird, übernimmt Manuel Lettenbichler die deutliche Führung in der Weltrangliste, gefolgt von Trystan Hart und Mario Roman mit Punktegleichstand auf dem zweiten Platz.

Onboad Trystan Hart (US-KTM Werksfahrer, P2)

Allgemeine Info:
"Mit einem Besucheransturm von knapp 57.000 Besuchern an allen vier Tagen war die 30ste Ausgabe des Red Bull Erzbergrodeo ein großer Erfolg. Es ist eigentlich unglaublich, dass es uns auch 30 Jahre nach dem ersten Rennen in dieser weltweit einzigartigen Location noch gibt. Ich freue mich persönlich sehr über die sportlich herausragenden Leistungen der Akteure aus aller Welt, die uns ein extrem spannendes Rennen serviert haben. Wir werden in den kommenden Tagen und Wochen die gesamte Veranstaltung evaluieren, aber ich freue mich über die sensationelle Atmosphäre in den Besucherzonen entlang der Strecke und über die enorm positive Zusammenarbeit mit unseren Partnern und den vielen neuen Sponsoren, ohne die das Red Bull Erzbergrodeo nicht machbar wäre.", zieht Veranstalter Karl Katoch eine erste, zufriedene Bilanz nach dem Rennen.





Bilder: Red Bull Erzbergrodeo, Red Bull Content Pool



