
Franz Lövquist auf der Yamaha auf dem zweiten Platz in der E2-Klasse
Sichtlich nervös machte Chlum einige Fehler: „Die erste Runde lief gar nicht gut. Ich war etwas unter Druck, denn ich musste gewinnen, wenn ich den Titel holen wollte. Ich kann das Finale in Streitberg nicht mitfahren, weil ich in dieser Woche bei den Sixdays in der Trophy-Mannschaft fahre“. Dann in der letzten Sonderpüfung mehrere kleinere Stürze, die noch jeweils 5 Sekunden kosteten und Löfquist auf 0,8 Sekunden herankommen ließen. Der Schwede allerdings hatte auch einige kleinere Fehler, weshalb diese letzte Prüfung von Edward Hübner in der E2-Klasse gewonnen wurde. Doch Tages-Sieg ist Tages-Sieg, egal wie knapp und dafür gab es die voller Punktzahl und damit sogar den Titel!
Ex-Meister Philipp Müller meldete sich zurück im Rennsport mit einem sechsten Platz: „Ich habe eine Hornhautverkrümmung, deshalb kamen die Hindernisse immer so schnell auf mich zu. Jetzt habe ich Linsen, die das ausgleichen und ich fühle mich viel besser und sicherer.“
Leon Thoms, der den vierten Tagesrang hinter Eddi Hübner belegte, musste den DEM-Lauf irgendwie dazwischen schieben: Weil er seinen Urlaub restlos für die Weltmeisterschaft aufgebraucht hat, musste er am Freitag eben noch ganz normal arbeiten. Allerdings wohnt er so „wenig weit“ von Rehna, dass er schon am Donnerstag Abend zum ersten Mal die Prüfungen ansehen konnte. Am Freitag hatte er mit technischer Abnahme und Fahrerbesprechung dafür nur wenig Zeit. Allerdings zeigte er im Endurotest einmal, dass er durchaus zu den Top3 der DEM gehören kann. Am Ende war es der sechste Gesamtrang für den Triumph-Piloten. Auch Hannes Lehmann hatte am Freitag noch Prüfungen und konnte erst am Samstag Morgen, direkt vor dem Start sein Motorrad zur Abnahme bringen.
In der E1-Klasse war es durch die deutliche Überlegenheit von Sydow, der auch das Championat gewann, wenig spektakulär: Yanik Spachmüller, der Meisterschaftszweite, kam erst langsam in Fahrt und dann in der vorletzten Prüfung auch noch einen heftigen Sturz, bei dem er mit Helm und Schulter heftig auf einen Baumstumpf aufschlug. „Da habe ich bestimmt 40 Sekunden verloren,“ meinte der zweite Triumph-Fahrer in der Klasse, der damit aber trotzdem noch den dritten Tagesrang einfuhr.

Platz zwei in der E1-Klasse ging an Davide von Zitzewitz, der sich für diese Saison eine Josep Garcia Replica aufgebaut hatte und damit auf den siebenten Platz in der Championatswertung kam.

Noch keinen Titel konnte Luca Fischeder (Bild oben) vorzeitig sicherstellen: Zwar lief es bei seinem Verfolger in der Meisterschaft, dem Ex-Crosser Toni Hoffmann bei den schlammigen Verhältnissen nicht so gut, doch sein dritter Platz in der Klasse reichen nicht zum vorzeitigen Titelgewinn von Fischeder. Zweiter wurde Maxi Wills: „Die glatte Strecke zu Beginn hat mir richtig gut gefallen, aber dann bin ich in der zweiten Runde einmal direkt vor dem Ziel gestürzt…“ Trotzdem ein respektabler achter Platz in der Gesamtwertung.
Ebenfalls in der E3-Klasse am Start: Milan Schmüser! Nach langwieriger Verletzung konnte er nach Metallentfernung endlich wieder in den Motorradstiefel und nutzte den DEM-Lauf zur Rekonvaleszenz. Das Wochenende zuvor war er beim CrossCountry in Dänemark gefahren, die nächsten Wochenenden folgen ein Hardenduro, ein Trial und dann ein Motocross (Landesmeisterschaft). Der Betafahrer nutzt jede Gelegenheit wieder voll fit zu werden.

Tagessieg und Führung in der Meisterschaft für Leo Koch
Bei den Junioren hatte Pascal Sadecki zwar die meisten Prüfungen gewonnen und rettete sich als Führender aus der letzten Prüfung – doch auf dem Weg ins Ziel musste er nach technischem Defekt von einem Teamkollegen geschleppt werden und kam viel zu spät zur Zeitkontrolle. Von dem Wertungsausschluss profitierte Leon Koch, der damit nicht nur seinen ersten Tagessieg einfuhr, sondern auch die Führung in der Meisterschaft übernahm.
An der Stelle wollen wir noch kurz ein paar Worte über die Wetterebedingungen verlieren: Den Freitag hatte es gefühlt durchgehend geregnet und entsprechend nass und matschig sind die Stoppelfelder und die Cross-Strecke geworden. Der Samstag, als Veranstaltungstag, war zwar weitestgehend trocken von oben, doch die Bedingungen waren schwierig/schmierig, noch mehr, als kurz nach der Halbzeit noch einmal ein sehr heftiger Regenguss für unfreiwillige Erfrischung und verschärfung der Streckenverhältnisse sorgte.
Die eigentliche Cross-Strecke des Vereins stand dermaßen unter Wasser, dass sie völlig zerfahren wurde. Deshalb wurde auch das ursprünglich für Sonntag angesetzte ISDE-Kadertraining kurzfristig abgesagt. Eigentlich wollte man für 2027 schlagkräftige Mannschaften trainieren. Doch dieses Wochenende wurde wortwörtlich zu einem Schlag ins Wasser, was einer der Initiatoren, Marcus Kehr, selbst sehr bedauerte. "Das wäre ideal gewesen, weil die Fahrer nicht extra hätten anfahren müssen und wir hier die Cross-Strecke hätten nutzen können. Aber in dem Zustand ist an kein reguläres Training zu denken und die Motorräder der Fahrer sind gerade auch ziemlich mitgenommen und schlammbedeckt."

Ausnahmsweise verzichten wir mal auf die klassischen Siegerehrungsfotos und zeigen lieber, wie der neue Meister Matyas Chlum vom Sherco-Team empfangen worden ist (oben) - oder wie sich Triumph Teamchef Tom Kölbach mit dem Titelverteidiger Jeremy Sydow, seinem Team und Vater Sydow präsentiert (unten) - und deshalb haben wir auch mal von den Action-Fotos dieser beiden abgesehen.
Ergebnisse:
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Meisterschaftsstände (nach 6 von 7 Tagen):
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Das Finale des Int. Deutschen Endurochampionates, der Enduro-DM (DEM), findet am 18. Oktober 2026, bei der „Zuverlässigkeitsfahrt Fränkische Schweiz“ in Streitberg statt. Für die B-Lizenz geht es eine Woche päter noch nach Kempenich.
Deutscher Enduro-Cup

Das B-Lizenz-Championat gewann der Meisterschaftsführende Janik Koßack:
Deutscher Enduro-Cup (B-Lizenz-Championat): Hier klicken! (PDF)
Meisterschaftsstand (B-Championat): Hier klicken! (PDF)
Alle Ergebnisse und Meisterschaftsstände auf der DEM-Homepage: Hier klicken! (LINK) https://www.enduro-dm.de/de/ergebnisse/

Weil der MC Rehna sein 60jähriges Jubiläum feiert, wurde der Parc ferme in den Klosterhof und der Start vor das „Lange Haus“, mitten in die Stadt gelegt. „Schließlich brauche sich der Verein und der Endurosport nicht zu verstecken“.




