
Zu früh oder zu spät den Ölwechsel, die Ventilspielkontrolle oder die Motorrevision durchgeführt? Hobby, Amateur oder Profi? Die Beanspruchung der Crossmaschinen ist durch die zahlreichen differiernden fahrerischen Fähigkeiten völlig unterschiedlich, so dass die mechanischen und thermischen Belastungen für den jeweiligen Untersatz genau genommen nicht pauschalisiert werden können, wie es bislang in der Praxis immer der Fall war. Hier hat man dann zu früh zu viel Geld verbrannt oder war einfach zu spät dran und erhöhte dadurch unnötig den Verschleiß. Von der Erhaltung der Garantie, sofern vorhanden, ganz zu schweigen.

Ducati hat eine adäquate Gegenmaßnahme eingeleitet: Das intelligente Wartungsprogramm. Wie funktioniert es? Ein Algorithmus bestimmt die Wartungsintervalle auf Grundlage der tatsächlichen Nutzungsintensität des Motorrads. Dazu bedarf es nur eines kostenlosen Ducati Software-Updates und der X-Link App, um die Wartungstermine in Echtzeit überprüfen zu können.

Natürlich kommt diese Entwicklung nicht von ungefähr, hat man sie doch in der Superbike-WM und der MotoGP schon erfolgreich eingesetzt. Der Motorbelastungsindex deiner Ducati Desmo450 MX oder ESD (Enduro) wird auf Grund der Betriebsparameter und Einsatzbedingungen bestimmt. Dabei wird auch die Beschaffenheit des Geländes berücksichtigt, um damit kontinuierlich den Verschleißwert des Motors anzupassen. Auf Basis dieser Erfahrungswerte werden die Wartungspläne dynamisch in der Ducati X-Link App angepasst.

Im Klartext bedeutet das bei gleichem Untersatz für den Hobbyfahrer weniger Wartungseinheiten, währen der Profi deutlich häufiger ran muss. In der Summe erfährt der Hobbyfahrer weniger finanzielle Belastungen durch unnötige Servicearbeiten, während der Profi sich zwar häufiger der Wartung unterwerfen muss, aber dafür die Defekthexe im Racing so gut wie ausschaltet.

Ducati gibt an, dass das Wartungsintervall für den MID-Service, der den Austausch des Kolbens und die Überprüfung des Ventilspiels vorsieht, zwischen 45 und 60 Betriebsstunden variieren kann. Eine vollständige Motorrevision, bei Ducati als Full Service bezeichnet, kann dadurch zwischen 90 und 120 Betriebsstunden liegen.

Interessante Sache. Jetzt muss dieses System nur noch in der Praxis beweisen, dass man damit sowohl die Kosten reduzieren, als auch die Defekthexe definitiv ausschalten kann.

Bilder: Ducati



