
Einfach geht anders und da waren sich alle Teilnehmer bis hoch zur Weltelite einig. Forza Orza in Schweden bot eine anspruchsvolle Debütstrecke über die kompletten drei Tage vom Prolog über den Sprint bis hin zum großen Finale. Zumal am Samstag der Himmel auch noch seine Schleusen öffnete, was den Anspruch auf dieser Strecke drastisch steigerte, wie man auch an Manuel Lettenbichlers Gesichtsausdruck und Gesten im Ziel klar erkennen konnte.

Granitfelsen wurden noch rutschiger, aber auch die zahlreichen geschälten Baumstämme in den Auffahrten wurde durch den mitgebrachten nassen Schlamm zu einer einzigartigen Rutschpartie, so dass die WM-Fahrer mehrfach ihre 115 Kilogramm schweren Sportenduros nur noch mit Körpereinsatz über die Hindernisse ziehen konnten. Hier waren also nicht nur Kraft und Kondition gefragt, sondern auch Durchhaltevermögen.

Über zwei Stunden Fahrzeit waren angesetzt und diese Bedingungen sorgten vor dem Rennen bei allen Top-Fahrern für eine einheitliche Aussage: Es wird hart und ein körperlicher Kampf werden.

Doch rechtzeitig vor dem Start hatte der Wettergott Mitleid und stoppte das kühle Nass von oben. Jedoch erwiesen sich die Streckenbedingungen dennoch als technisch extrem anspruchsvoll. Das zeigte sich auch daran, dass die Top-Fahrer vor den Hindernissen abwarteten, bis diese in der bevorzugten Spur völlig frei von langsameren Fahrern und auch direkten Konkurrenten waren. Das Risiko, sich lang zu machen und massiv Zeit zu verlieren, war auf diesem sehr technischen Kurs schlichtweg zu groß.

FINALE ACTION
Zumal es während des Rennens dann doch wieder zu regnen anfing. Manuel Lettenbichler selbst sagte zum Ende des Rennens, dass es richtig schwierig war, da man ständig mit den Überrundungen zu tun hatte und dann notgedrungen auch noch die längeren Chicken-Lines wählen musste, da ansonsten kein Vorwärtskommen möglich war. Denn die Konkurrenz war ihm natürlich auch im Nacken. Zudem ging sein Elektrostarter-Mechanismus kaputt, so dass es für ihn definitiv nicht einfacher wurde. Im Ziel hatte er kein Heck mehr an seiner KTM, was zudem Bände spricht für den ansonsten sehr clean fahrenden Bayern.
RACE
Als Manuel in Führung lag und plötzlich sein Bike nicht mehr starten konnte, dachten alle, dass es das für den Bayern war. Doch nach einem Ur-Schrei und Ermutigungen durch das Publikum samt Anweisungen seines Mechanikers gab Manuel nicht auf, brachte die Kiste wieder zum Laufen und machte dort weiter wo er zuvor aufgehört hatte.
Trotzdem hatte der auf P2 fahrende Mitch Brightmore keine Chance, die Lücke auf den KTM-Werksfahrer zu schließen und belegte P2. Dahinter folgte zu aller Überraschung sein Bruder Ashton Brightmore auf P3 mit knapp etwas über drei Minuten Rückstand. Doppelpodium für die Brightmore-Brüder - Respekt.

Den Briten liegt bekanntlich nasses, feuchtes Geläuf und das bewiesen sie hier in Schweden aufs Neue. Nur sechs Fahrer schafften satte 10 Runden, während Manuel Lettenbichler trotz seiner technischen Probleme mit über dreieinhalb Minuten Vorsprung den Sieg vor Mitch Brightmore für sich entscheiden konnte.


Den Briten liegt bekanntlich nasses, feuchtes Geläuf und das bewiesen sie hier in Schweden aufs Neue. Nur sechs Fahrer schafften satte 10 Runden, während Manuel Lettenbichler trotz seiner technischen Probleme mit über dreieinhalb Minuten Vorsprung den Sieg vor Mitch Brightmore für sich entscheiden konnte.

Lokalmatador Eddie Karlsson belegte einen hervorragenden vierten Platz, angetrieben von einem schwedischen Publikum, das ihn jede Runde lang anfeuerte.

Und was war eigentlich mit Billy Bolt los? Er rutschte an einer Steilauffahrt über einen Baumstamm weg und versuchte das Rennen wieder aufzunehmen. Dabei stürzte sein Bike den Hang rückwarts hinunter. Der damit einhergehende Zeitverlust war nicht mehr aufzuholen, so dass er nur als Fünfter durchs Ziel kam. Doch seine fahrerische Form beweist, dass er definitiv wieder zurück im Kampf um Podiumsplätze ist.
Ergebnisse Forza Orza 2026 - FINALE

Mario Roman wurde Sechster. James Moore in neun Runden Siebter und Lorenzo Gandola aus Italien wurde als Rookie des Jahres Achter. Dahinter lieferten sich Matthew Green und Thomas Scales den ganzen Tag ein Kopf-an-Kopf-Rennen, Green belegte den neunten Platz und Scales komplettierte die Top Ten.
WM-Tabellenstand nach dem 4. Lauf

Über das gesamte Event hinweg sammelte Lettenbichler 29 Punkte gegenüber 27 von Mitch Brightmore und 24 von Ashton Brightmore, wobei Bolt 21 und Karlsson 18 holten. Ashtons Ausbeute bringt ihn in ein enges Duell mit Teodor Kabakchiev auf dem dritten Gesamtrang, denn beiden liegen nun noch einen Punkt auseinander.

In der Juniorenklasse führt Ashton Brightmore vor James Moore und Thomas Scales das Feld an. Damon Garrell gewann die Jugend-Weltmeisterschaft vor Kyle Gianotti und dem Schweden Sebastian Brodin. Roberto Matos schlug James Stearns bei der Senioren-Weltmeisterschaft und Sandra Gomez holte bei der Frauen-Weltmeisterschaft die Maximal-Punktzahl.

Aus deutscher Sicht
Die bislang zweitstärkste Kraft in der WM hinter Manuel Lettenbichler, Lenny Geretzky, hatte anscheinend massive Schwierigkeiten und wurde nur eine Runde lang im großen Finale gewertet und schied danach aus. Dadurch übernahm Simon Müller seine Funktion hinter Letti und belegte mit sechs gefahrenen Runden P23 als zweitbester Deutscher.
LENNY GERETZKY VLOG


Schwedens erste Weltmeisterschaftsrunde zeigte sich von ihrer besten Seite mit riesigen Zuschauermengen, einem anspruchsvollen Kurs von Mike Skinner und einer Veranstaltung, die vom Organisator Glenn Olsson und Kong Events rund um das Publikum aufgebaut wurde. Nur wenige Debütrunden erreichten bislang diesen hohen Standard - TOP!
- LINK: DAY 1 - PROLOG mit Video, Bildern und Ergebnissen
- LINK: DAY 2 - SPRINT mit Video, Bildern und Ergebnissen







Bilder: FIM Hardenduro, KTM, Macphtos



