yamaha mxgp 2023

Am Wochenende startet die MXGP/MX2 Motocross-WM in die neue Saison. Der Auftakt in Argentinien markiert die Rückkehr von Fünffach-Weltmeister Jeffrey Herlings, der das gesamte letzte Jahr verpasste. Wer sind die Konkurrenten?

Herlings und Weltmeister Tim Gajser gewannen seit 2016 sechs der sieben in der Königsklasse vergebenen Titel. Gajser hat sich vor vier Wochen den Oberschenkel gebrochen und wird noch einige Zeit fehlen. Seine Chancen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung sind gering, auch wenn die WM erst im April so richtig Fahrt aufnimmt.

Im Kampf um den MX2-Titel 2014 gab Herlings 55 Tage nach einem Oberschenkelbruch sein Comeback in Mexiko. Bis zum dritten Saisonrennen an Ostern bleiben Gajser knapp 50 Tage, aber eine Rückkehr zu diesem frühen Zeitpunkt scheint wenig wahrscheinlich.

Herlings konnte am Wochenende in Frankreich den Auftakt der Französischen Meisterschaft dominieren. Das sagt ´The Bullet´ zur gelungenen Generalprobe und seinen Erwartungen: "Es war ein guter Tag in Lacapelle. Ich war Schnellster im Zeittraining und führte zweimal vom Start bis ins Ziel. Das Gefühl wieder zu spüren, war schön. Wir haben kleinere Veränderungen vorgenommen am Bike, das war positiv. Nächstes Wochenende werden wir sehen. Ich werde alles geben, wie immer, aber ich werde Zeit brauchen. Irgendwo zwischen Platz drei und sechs ist realistisch, wir werden die ersten fünf Runden aufbauen müssen. Es ist nicht so, dass es uns diese Saison an Rennen fehlt. Wenn wir bald gewinnen, gibt es viele Möglichkeiten."

Endlich Seewer?

Ein ganz heißer Titelkandidat ist der Schweizer Jeremy Seewer. Der langjährige Yamaha-Pilot beendete die MXGP 2019, 2020 und 2022 als Vizeweltmeister. Der 28-Jährige will den entscheidenden Schritt machen. Der Gesamtsieger der Italienischen Meisterschaft hat seine Frühform unter Beweis gestellt. Seewer (#91) muss sich aber auch gegen interne Konkurrenz beweisen. Der Franzose Maxime Renaux (#959) geht in seine zweite MXGP-Saison und präsentierte sich letztes Jahr als Rookie bärenstark. Und Glenn Coldenhoff (#259) hat in seinen bisher zwei Jahren im Monster Energy Yamaha Factory Team noch nicht alles gezeigt, was er kann.

Jorge Prado geht in sein bereits viertes Jahr in der MXGP. Der hochveranlagte zweimalige MX2-Weltmeister ist bisher eine Superleistung von Anfang bis Ende einer Saison schuldig geblieben, auch aufgrund von Krankheit oder Verletzung. Der GasGas-Star ist mit gerade Mal 22 Jahren der jüngste der Titelaspiranten. An seiner Seite geht Mattia Guadagnini in seine insgesamt erst dritte WM-Saison.

Hoch gehandelt wird auch Ex-Weltmeister Romain Febvre, der 2022 nach Verletzung spät in die Saison startete. Vor zwei Jahren war Febvre auf Augenhöhe mit Gajser und Herlings und verpasste schließlich im letzten Rennen den Titel. Der Routinier unterzog sich im Winter zwei kleineren Eingriffen an Arm und Knie. Mit dem Australier Mitch Evans hat Febvre einen neuen Teamkollegen.

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Ruben Fernandez

Honda ist nicht nur Tim Gajser. Nach dem werksseitigen Ausstieg von Husqvarna wechselte das belgische Team Standing Construct die Farbe. Brian Bogers und Pauls Jonass sind hier genauso für Podestränge gut wie Gajsers Teamkamerad Ruben Fernandez. Nimmt man Valentin Guillod, Brent van Doninck und Stephen Rubini dazu, hat Honda mehr Top-10-Kandidaten im Feld als irgend eine andere Marke.

Das deutsche KTM-Trio Tom Koch, Maximilian Spies und Henry Jacobi wird nicht die gesamte Saison fahren. Jacobi nicht alle Europa-GP. Wo MXGP-Rookie Spies und seine erfahreneren Landsleute stehen, wird sich beim zweiten Rennen auf Sardininen zeigen. Den Grand Prix 2022 auf der Mittelmeerinsel konnte mit Calvin Vlaanderen ein Privatfahrer gewinnen. Der Holländer mit südafrikanischen Wurzeln komplettiert die Liste der Podestaspiranten.