sacha coenen lakewood

Wer ist schneller, die Grand Prix Piloten oder die US Fahrer? Die Frage beschäftigt die Motocross-Fans stets aufs Neue. Eine klare Antwort zu finden, ist schwer bis unmöglich. Für das aktuelle Wochenende mit dem Gaststart der Coenen-Zwillinge in der AMA Pro Motocross Meisterschaft gilt: die Besten im Thunder Valley waren ein Japaner und ein Australier.

Lucas und Sacha Coenen schlugen sich bei ihrem ersten Rennen in Amerika jedenfalls mehr als beachtlich. Als Hommage an Roger De Coster starteten die beiden in einem entsprechenden Retrodesign. 450ccm Pilot Lucas landete klar auf dem Podest und im Sandwich der Lawrence-Brüder. Titelverteidiger Jett (1-1) siegte vor Lucas (2-2) und Hunter Lawrence (3-3).

Im ersten Rennen konnte Lucas Coenen von außerhalb der Top 10 bis auf Platz zwei nach vorne stürmen. Auch wenn der Belgier von Fehlern durch Hunter Lawrence und Haiden Deegan profitierte, sein Speed auf einer fremden Strecke, in der ungewohnten Höhe der Rocky Mountains und in einem fremden Format, war beeindruckend.

Im zweiten Wertungslauf bestätigte der aktuelle MXGP-Spitzenreiter seine Leistung. Sich bei seinem US Debüt nahezu auf Augenhöhe mit einem 4-fachen AMA Motocross-Champ zu klassieren, sagt alles. Verglichen damit fällt das 7-5 Resultat von Jorge Prado deutlich ab.



Lucas Coenen: "Das war fantastisch. Mein Start war nicht besonders gut, aber ich konnte in der ersten Kurve schnell Boden gutmachen und das Rennen einfach genießen. Ich kann dem Team gar nicht genug dafür danken, dass es das möglich gemacht hat; mit dem Roger De Coster-Design ist das Bike einfach klasse – ich habe jede einzelne Runde genossen. Der zweite Lauf war wegen der Überrundungen etwas hektisch, aber man darf nicht vergessen: Ich fahre hier gegen die besten Piloten der Welt, und das macht riesigen Spaß. Jetzt kehre ich in unsere MXGP-Serie zurück, und wir werden sehen, wann ich in Zukunft wieder hier antreten kann."

Sacha (#109) mit Laufsieg

In der 250ccm Klasse feiert Jo Shimoda unterdessen seinen ersten Saisonsieg (SX oder MX). Honda-Hoffnung Shimoda beendet Lauf eins hinter dem Kawasaki-Duo Levi Kitchen und Seth Hammaker. Sacha Coenen stürzt zwei Mal und wird so nur Vierzehnter. Den zweiten Lauf dominiert der MX2-Tabellenführer vom Start weg. So wurde es in der Tageswertung noch Platz vier hinter Shimoda, Kitchen und Nick Romano.

Nach diesem Ergebnis dürfte es kaum noch Zweifel geben, dass die Coenens nächstes Jahr in den USA fahren. Auch wenn das große Fragezeichen Supercross noch im Raum steht, die 19-Jährigen Zwillinge sind ihrem großen Traum US Racing ein Stück nähergekommen.

Sexton out

Keine Rolle im Thunder Valley spielte Kawasaki-Star Chase Sexton. Der ehemalige SX- und MX-Champion stürzt freitags am Medientag. Es gibt Indizien, dass sein Bike an einem Sprung streikte und den Crash verursachte. Sexton konnte mit einem schmerzenden Knie nicht antreten. Teamkollege Garrett Marchbanks (3-6) holt Rang vier.

Mit Lucas Coenen, Prado, Dylan Ferrandis, Mikkel Haarup, Valentin Guillod, Cornelius Toendel und Fredrik Noren ist mehr als ein Drittel der Top 20 in der Königsklasse in europäischer Hand.

Ergebnis 450ccm

Ergebnis 250ccm

Punktestand 450ccm

Punktestand 250ccm

Ergebnis WMX