
Das sandige Reetz in Brandenburg bildete nur zwei Wochen nach dem Auftaktrennen in Neuhaus-Schierschnitz die zweite Runde der Auner Hard Enduro Meisterschaft 2026. Leicht ging anders, da zu dem legendären Sandboden auch noch nasskalte Witterungsbedingungen bei sechs Grad sowie Nieselregen dazu kamen.
Trotz der herausfordernden Bedingungen fanden sich über 130 Fahrer ein – ein deutliches Plus im Vergleich zum Vorjahr.

Der Prolog Award war deutlich flüssiger abgesteckt, so dass diese flottere Kurs gerade Henry Strauss entgegen kam. Trotz einiger kleiner Fehler legte der Vizemeister des Vorjahres eine starke Runde hin. Es war sofort klar, dass diese Zeit nur schwer zu schlagen sein würde. Am Ende lag Strauss knapp zehn Sekunden vor seinem größten Konkurrenten Leon Hentschel und sicherte sich damit souverän die Bestzeit. Für eine kleine Überraschung sorgte Raven Lippold, der sich mit einer starken Leistung Platz drei sichern konnte. Er qualifizierte sich damit für das erste Gruppenrennen und setzte ein Ausrufezeichen.
Die Gruppenrennen sorgte schon frühzeitig für viel Action – allerdings auch Rückschläge. Im ersten Gruppenrennen kam es gleich zu einem Schockmoment: Florian Geisenhofer, der das Rennen anführte, stürzte und verletzte sich dabei die Schulter, was das frühzeitige Aus bedeutete. An der Spitze übernahm unterdessen Henry Strauss die Führung. Der Prologsieger ließ keinen Stress aufkommen und fuhr ein konstantes Rennen, das er schließlich souverän für sich entscheiden konnte. Eine Besonderheit in Reetz: Die Strecke wurde in den Gruppenrennen entgegen der Fahrtrichtung im Finale gefahren.

Das zweite Gruppenrennen, in dem auch die Damenwertung ausgetragen wurde, fand bereits bei deutlich schwierigeren Bedingungen statt. Der einsetzende Nieselregen machte die Strecke zunehmend rutschig und steigerte den Schwierigkeitslevel nochmal merklich. Leon Hentschel setzte sich wie erwartet durch und gewann vor Matthis Millich und Emil Kessler. Damit war die Grundlage für ein spannendes Finale gelegt.
Das große Finale startete um 16:15 Uhr und nach einem weiteren kräftigen Regenschauer in der Pause ließ der Regen Gott sei Dank pünktlich zum Start etwas nach, doch die Strecke blieb dennoch extrem anspruchsvoll. Alle Augen richteten sich auf das Duell zwischen Leon Hentschel und Henry Strauss. Hentschel ging mit einem knappen Vorsprung von drei Punkten ins Rennen, nachdem Strauss ihm im Prolog bereits einen Punkt abgenommen hatte. In der ersten Runde konnte Hentschel die Führung übernehmen, doch Strauss zeigte sich diesmal hochmotiviert. Auf seiner Lieblingsstrecke setzte er sich schnell an die Spitze und begann den Vorsprung kontinuierlich auszubauen.

Auch die schwierigen Bedingungen in der 24MX Action Zone – rutschiges Steinfeld - sorgte bei Strauss für keinerlei Probleme. Ganz anders sah es weiter hinten im Feld aus: Dort kam es wegen der extremen Bedingungen zu zahlreichen Stürzen und Staus.
Die Rennleitung reagierte jedoch schnell und führte die Fahrer in der zweiten Runde an der Engstelle vorbei, sodass es im Kampf um den Sieg bei den Führenden zu keinen entscheidenden Nachteilen durch die Überrundeteten kam. Ab der dritten Runde wurde die Auffahrt wieder integriert. Doch diese Maßnahmen hielt nicht lange, nachdem sich Max Eppelmann dort an der Hand verletzte. Daraufhin entschärfte man diese Passage sofort wieder.
An der Spitze ließ Henry Strauss nichts mehr anbrennen. Runde für Runde fuhr er souverän sein Rennen und kam nach 54:30 Minuten erneut über die Ziellinie – wodurch sich das Rennen auf insgesamt zwei zusätzliche Runden verlängerte. Diese Entwicklung brachte insbesondere die Strategie von Eric Seifert durcheinander, der mit seiner Stark Varg das Rennen mangels E-Power nicht mehr beenden konnte. In der E Klasse sicherte sich dafür Peter Fakler den Sieg.

Letztendlich holte sich Henry Strauss mit über vier Minuten Vorsprung souverän den Sieg vor Leon Hentschel und Marc Wulf. Damit gehen Strauss und Hentschel punktgleich in die längere Pause bis zum nächsten Lauf am 30. Mai im fränkischen Kronach.

Henry Strauss:„Es hat heute sehr viel Spaß gemacht. Nachdem ich am Anfang nicht so gut ins Finale reingefunden hatte, ging es dann ab Runde drei perfekt. Ich freue mich schon auf Kronach am 30.05.“
Tolle Leistung von Emil Kessler, der als Junior-Fahrer in gleichnamiger Klasse den sechsten Platz im Gesamtklassement einfahren konnte.
Denis Günther (Organisator): „Wir haben sehr spannende Renntage mit vielen Zweikämpfen erlebt. Der MSC Burg Eisenhardt hat wieder eine super Strecke vorbereitet – und das trotz nur kurzer Vorbereitungszeit durch den vorangegangenen Enduro Wintercup und die Forstarbeiten im Waldstück.“

Ergebnisse FINALE
- Henry Strauss KTM 1:12:29,131
- Leon Hentschel BETA 1:16:23,793
- Marc Wulf KTM 1:20:17,009
- Matthis Millich BETA 1:21:21,147
- Felix Bopp GASGAS 1:22:21,147
1. Henry Strauss KTM 55 Punkte
1. Leon Hentschel BETA 55 Punkte
3. Marc Wulf KTM 40 Punkte
4. Felix Bopp GASGAS 32 Punkte
5. Emila Kessler KTM 28 Punkte
HEWR = Hard Enduro World Ranking 2026
7. Henry Strauss 250 Punkte
10. Leon Hentschel 200 Punkte
13. Marc Wulf 175 Punkte
16. Matthis Millich 156 Punkte
21. Felix Bopp 138 Punkte
usw.
7. Henry Strauss 250 Punkte
10. Leon Hentschel 200 Punkte
13. Marc Wulf 175 Punkte
16. Matthis Millich 156 Punkte
21. Felix Bopp 138 Punkte
usw.

Bilder: HESG



