
Das Fahrerfeld war stark besetzt, aber die Bedingungen waren beim Saisonauftakt in Neuhaus-Schierschnitz alles andere als einfach. Der Himmel hatte seine Schleusen am Renntag geöffnet, so dass der Anspruch nochmal ordentlich gestiegen ist. Doch keiner der 150 Teilnehmer ließ sich von den Wetterkapriolen beeindrucken und alle gingen mit vollem Enthusiasmus in ihren persönliche Kampf gegen Mutter Natur und den ebenso zum Saisonstart hoch motivierten Konkurrenten.

Der MC Isolator hatte alles gegeben und die Runde deutlich verlängert, so dass nun auch die angrenzende Sandgrube - dank Besitzerwechsel - endlich ihren Weg ins Streckenlayout gefunden hat. Die dort fürs Finale zusätzlich geschaffenen Abschnitte steigerten den Anspruch nochmal.

Beim Prolog holte sich das Erste Mal in der Geschichte der HESG ein Stromer die Bestzeit. Fairerweise muss man dazu sagen, dass der bis dahin schnellste Fahrer Leon Hentschel auf seiner Beta drei Minuten Strafzeit aufgebrummt wurden, da er einen kleinen Teilabschnitt ausgelassen hatte. Somit holte sich Arvid Meyer auf seiner Stark Varg die Bestzeit. Der amtierende Vizemeister Henry Strauss platzierte sich auf Platz drei und hatte noch etwas Startschwierigkeiten.
PROLOG ACTION - Luca Kropitsch

Gruppenrennen
Vollgas beim ersten Lauf und die Spannung war kaum zu überbieten, da die Spitzenreite ständige ihre Positionen wechselten, so dass man nie wusste, wer sich nun den Sieg holen wird. Zunächst führte Arvid Meyer das Feld an. Der Stark-Varg-Pilot hatte jedoch mit dem Batteriemanagement seiner Maschine zu kämpfen und musste eine Runde vor Rennende stoppen. Meyer nahm es jedoch gelassen und erklärte anschließend, dass ihm in dieser Situation noch etwas Erfahrung im Umgang mit der Elektrik gefehlt habe.

Nachdem sich auf der zehn Minuten langen Runde die Platzierungen zunächst etwas stabilisiert hatten, setzte Henry Strauss zum entscheidenden Angriff an. Mit einer extrem schnellen Runde von 9:51 Minuten konnte sich der Vizemeister des Vorjahres vom Feld absetzen und gewann schließlich das erste Gruppenrennen vor Marc Wulf und Matthis Millich. Sowohl Wulf als auch Millich hatten sich erst kurzfristig entschieden, in dieser Saison doch wieder regelmäßig an den Start zu gehen und legten mit ihren Podestplätzen bereits einen soliden Grundstein für die Saison.

Auch beim zweiten Gruppenrennen ging es heiß her. Hier konnte sich der erfahrene Beta-Pilot Leon Hentschel gegen die Konkurrenz durchsetzen. Der Serienrekordsieger nutzte seine immense Erfahrung auf der schwierigen Strecke und gewann den Lauf vor den beiden Neu- beziehungsweise Wiedereinsteigern Florian Geisenhofer und Luca Kropitsch, die mit ihren Podestplätzen ebenfalls ein starkes Ausrufezeichen setzten konnten.

Spannendes Finale
Das Finale startete am Nachmittag um 16:15 Uhr und wurde über eine Distanz von 55 Minuten plus eine Runde ausgetragen. Im Gegensatz zum bisherigen Renntag erfolgte kein Waschgang von oben, so dass die zahlreichen Zuschauer weitesgehend trocken ein spannendes Rennen auf der erweiterten Strecke verfolgen konnten.

An der Spitze entwickelte sich das erwartete Duell zwischen Leon Hentschel und Henry Strauss. Zunächst konnte sich der Youngster Strauss an die Spitze setzen. Hentschel blieb jedoch gewohnt entspannt und wartete auf seine Chance, die im weiteren Rennverlauf auch kommen sollte. Leon Hentschel schnappte sich Henry Strauss und übernahm die Führung, auch wenn eine Runde vor Schluss Strauss noch einmal aufholen konnte. Doch die Summe der kleinen Fehler auf dieser schwierigen Strecke sorgten dafür, dass Leon Hentschel seine Führung behaupten und sich am Ende den Sieg beim Saisonauftakt der AUNER HardEnduroSeries Germany 2026 sichern konnte.

Platz drei ging auf der anspruchsvollen Runde an Marc Wulf, der damit ebenfalls einen starken Start in die Saison erwischte. Arvid Meyer belegte Rang vier und zeigte eine beeindruckende Aufholjagd. Nach seinen Problemen im Gruppenrennen kämpfte sich der Stark-Varg-Pilot von weiter hinten durch das Feld und kam sogar noch in Podestnähe.

Ergebnisse FINALE
- Leon Hentschel Beta 1:09:23,421
- Henry Strauss KTM 1:09:45,032
- Marc Wulf KTM 1:14:15,983
- Arvid Meyer Stark 1:16:21,841
- Felix Bopp GasGas 1:17:20,085
Somit war das erste Abtasten der Konkurrenten in der Saison 2026 erfolgt. Jeder weiß nun, ob er für den zweiten Lauf noch nachlegen muss oder gut genug im Futter steht. Denn in zwei Wochen geht's mit dem zweiten Lauf in Reetz am 28.03.2026 weiter.

Bilder: HESG



